- 4. Nov.
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Fehler passieren jedem von uns. Die Frage ist nicht, ob, sondern wie wir damit umgehen. Eine starke Fehlerkultur bedeutet: Wir sprechen offen über Missgeschicke, verstehen die Ursachen und machen es beim nächsten Mal besser. Genau das stärkt Teams in einem Unternehmen.
Was bedeutet Fehlerkultur überhaupt?
Fehlerkultur heißt nicht, alles durchgehen zu lassen. Es geht auch nicht um Schönreden. Es geht darum, ohne Angst hinzuschauen, Verantwortung zu übernehmen und gemeinsam zu lernen. Menschen trauen sich, Fragen zu stellen, Bedenken zu äußern und Fehler offen anzusprechen, wenn sie wissen, dass sie nicht bloßgestellt werden.
Die Harvard-Forscherin Amy Edmondson unterscheidet drei Arten von Fehlern:
Vermeidbare Fehler in stabilen Prozessen.
Komplexitätsbedingte Fehler in unübersichtlichen Situationen.
Intelligente Fehler im Rahmen von Experimenten, wenn wir bewusst Neues ausprobieren.
Erfolgreiche Unternehmen arbeiten daran, vermeidbare Patzer möglichst zu verhindern, komplexitätsbedingte Fehler schnell zu erkennen und intelligente Fehler als Investition in Lernen anzusehen.
Ausreden raus, Lernschleifen rein!
Lernen passiert nicht „irgendwie“, sondern im Prozess.
Kurze Rückblicke nach Projekten oder Schichten: Was lief gut, was nicht, was ändern wir ab morgen?
Klarer Meldeweg für Beinahe-Fehler: besser früh teilen als spät vertuschen.
Gemeinsame Standards aktualisieren: Wenn wir etwas lernen, landet es in Checklisten, Anleitungen und Onboarding.
Fehlerkultur beginnt immer oben. Wer als Führungskraft Fragen stellt („Was übersehen wir gerade?“), eigene Irrtümer offen anspricht und Feedback wirklich ernst nimmt, schafft Vertrauen.
Woran Sie merken, dass Sie auf dem richtigen Weg sind
Ganz einfach: Wenn im Team offener gesprochen wird. Wenn jemand etwas anspricht, bevor es zum Problem wird. Wenn aus einem Missgeschick direkt eine Verbesserung entsteht. Und wenn das „Was lernen wir daraus?“ irgendwann zur Routine wird.
Fehlerkultur bedeutet nicht, dass alles immer harmonisch läuft. Sie zeigt sich dann, wenn’s unbequem wird, wir ehrlich hinschauen und trotzdem weiter aneinander glauben. Genau dort entsteht Vertrauen.


